{"id":1144,"date":"2009-08-31T15:33:58","date_gmt":"2009-08-31T14:33:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.grandtour.at\/main\/?p=1144"},"modified":"2009-08-28T12:36:18","modified_gmt":"2009-08-28T11:36:18","slug":"turkmenistan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.christophulbrich.at\/grandtour\/news\/turkmenistan\/","title":{"rendered":"Mit 2 Schweizern 5 Tage durch Turkmenistan"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium;\">Vor dem turkmenischen Konsulat in Mashhad treffen wir Daniela und Matthias. Die zwei sind  aus Z\u00fcrich und wie wir auf <a href=\"http:\/\/www.veloausflug.ch\/\" target=\"_blank\">Veloausflug nach China<\/a>. Wie wir wollen sie mit Transitvisum durch Turkmenistan und dann weiter \u00fcber Usbekistan und Kirgistan nach China. Also beschlie\u00dfen wir mal, ab Mashhad f\u00fcr ein paar Tage als 4er-Kombo zu radeln. Bevor wir Turkmenistan erreichen, sind es noch zwei Tagesetappen an die Grenze.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Turkmenistan selbst ist eigentlich von Anfang an eine positive \u00dcberraschung. Sicher: \u00dcber den landschaftlichen Reiz Turkmenistans l\u00e4sst sich streiten, \u00fcber den Zustand der Stra\u00dfen nicht \u2013 die sind einfach schlecht. Aufgrund von Berichten, die man so \u00fcber Turkmenistan zu lesen bekommt, erwartet man sich aber einen v\u00f6llig korrupten, vollkommen isolierten \u00dcberwachungsstaat mit geknechteter Bev\u00f6lkerung \u2013 ein zweites Nordkorea.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Das Einreise-Prozedere, dass angeblich ohne Schmiergeld kaum zu \u00fcberstehen ist, l\u00e4uft auch ohne zus\u00e4tzliches Geld wie geschmiert. Es wird zwar eifrig und doppelt und dreifach notiert, registriert, protokolliert. Aber immer freundlich und eskortiert von einer gut englisch sprechenden Z\u00f6llnerin. Keine Spur von Schikane oder unn\u00f6tigen Wartezeiten Das Verh\u00e4ltnis von Beamten zu Touristen ist aber auch mindestens 5:1. Das gleiche beim ersten Check-Point 30km weiter. Hier werden wir nochmal von Soldaten aufgehalten und es werden wieder Reisepass und Reiseroute notiert, \u00fcberpr\u00fcft und gegengecheckt. Das dauert seine Zeit, aber sicher nicht unn\u00f6tig lange \u2013 und wir bekommen f\u00fcr die Wartezeit dann auch gleich eine Melone und Brot von den Soldaten spendiert. Bei allen weiteren Check-Points, die es im Abstand von ca. 50 km gibt, werden wir wie die Turkmenen einfach durchgewunken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Erstes Etappenziel ist Mary, wo uns ein Minibusfahrer zu zwei Hotels bringt, die aber (scheinbar) keine Ausl\u00e4nder aufnehmen. Und weil er uns das teure Ausl\u00e4nder-Hotel nicht zumuten will, landen wir dann bei einem seiner Nachbarn in der Vorstadt.<br \/>\nBis Mary ist die Landschaft noch v\u00f6llig flache Steppe mit hie und da ein paar Baumwollfeldern und ziemlich schlechten Stra\u00dfen. Ab Mary ist die Stra\u00dfe dann in Ordnung und die Landschaft v\u00f6llig flache W\u00fcste, mit nach und nach immer weniger Orten und schon gar keinen Hotels. Die erste Nacht k\u00f6nnen wir unsere Zelte hinter einem Kafe in der W\u00fcste aufschlagen, am zweiten Tag kommen wir gerade noch rechtzeitig, bevor der Gegenwind zum Sandsturm wird, an eine Raststation.<br \/>\nSonja und Boris, zwei Turkmenen, die auch gerade Zuflucht vor dem Sandsturm suchen, spendieren uns gleich mal ein Essen und dazu das, was sie f\u00fcr das optimale Sportgetr\u00e4nk halten: Wodka. Die zwei haben \u2013 nach den Blicken der Kellnerin zu schlie\u00dfen \u2013 auch f\u00fcr turkmenische Verh\u00e4ltnisse einen unglaublichen Zug drauf, nach 20 Minuten je eine halbe Flasche Wodka intus und fahren weiter. Wir bleiben (nach 4 Wochen Iran-Alkoholabstinenz) mit eineinhalb Flaschen Wodka am Tisch mitten in der W\u00fcste zur\u00fcck und schlafen dann gleich in der Raststation.<br \/>\nDann nur mehr eine Etappe bis nach Turkmenabat \u2013 die letzte Stadt vor der usbekischen Grenze. Gleichzeitig auch das l\u00e4ngste St\u00fcck ohne jegliche Zivilisation: 70km pure W\u00fcste ohne Gelegenheit, Wasser zu tanken. Da das Thermometer nun aber deutlich weniger als die 38-40 Grad der Tage zuvor zeigt, reichen die 6-8 Liter Wasser, die wir pro Person dabei haben, mehr als aus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nach einer letzten Nacht in Turkmenabat war es das auch schon wieder mit Turkmenistan. Abgesehen von der Visabeschaffung ein v\u00f6llig problemloses Land. Die Leute (auch Soldaten, Z\u00f6llner und Beamten) sind freundlich, von Schikanen durch die Beh\u00f6rden keine Spur. Und der Lebensstandard scheint auch gar nicht so \u00fcbel zu sein \u2013 wenn wir jetzt mal den \u201eAuto-Zustands-Index\u201c heranziehen. Die Autos der Turkmenen sind im Durchschnitt in einem deutlich besseren Zustand als z.B. im Iran. Andererseits erleben wir es in den 5 Transittagen nur einmal, dass es eine Wasserleitung mit Flie\u00dfwasser gibt. Egal, ob Privathaushalte oder Gasthaus, Stadt oder Land, die Mehrzahl der Turkmenen geht zum Brunnen und holt mit dem K\u00fcbel leicht tr\u00fcbes Wasser.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Turkmenistan ist wohl international immer noch relativ isoliert, es scheint sich aber \u2013 wie ein Student (der einzige Turkmene \u00fcberhaupt, mit dem wir Englisch sprechen konnten) erz\u00e4hlt \u2013 seit dem Tod von T\u00fcrkmenba?y vor zwei Jahren einiges verbessert zu haben.<br \/>\nDer neue Pr\u00e4sident Berdimuhamedow ist zwar immer noch nicht demokratisch legitimiert, hat aber immerhin die bizarrsten Weisungen Turkmenbachis wieder zur\u00fcck genommen, den internationalen Drogenschmuggel (von Afghanistan nach Russland) einged\u00e4mmt und einiges f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung in die Wege geleitet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">ngg_shortcode_0_placeholder<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor dem turkmenischen Konsulat in Mashhad treffen wir Daniela und Matthias. 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