{"id":1455,"date":"2009-12-11T05:39:49","date_gmt":"2009-12-11T04:39:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.grandtour.at\/main\/?p=1455"},"modified":"2009-12-11T05:39:49","modified_gmt":"2009-12-11T04:39:49","slug":"was-von-china-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.christophulbrich.at\/grandtour\/news\/was-von-china-bleibt\/","title":{"rendered":"Was von China bleibt"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium;\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1456\" title=\"china\" src=\"http:\/\/www.christophulbrich.at\/grandtour\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/china.jpg\" alt=\"china\" width=\"300\" height=\"405\" srcset=\"http:\/\/www.christophulbrich.at\/grandtour\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/china.jpg 400w, http:\/\/www.christophulbrich.at\/grandtour\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/china-222x300.jpg 222w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Eigentlich wollten wir ja gar nicht nach China. Sondern nur kurz passieren und dann \u00fcber Pakistan nach Indien. Die politische Situation hat&#8217;s verhindert. Eigentlich wollten wir noch immer nicht nach China. Nur kurz passieren und dann weiter nach Tibet. Die politische Situation hat&#8217;s wieder verhindert. Geworden sind es schlie\u00dflich fast drei Monate im Reich der Mitte, beinahe die H\u00e4lfte unserer bisherigen Reise.<br \/>\nChina war wohl das fremdeste, das exotischte Ziel unsere Tour bislang (und wohl auch \u00fcberhaupt). Erste Lektion: Nichts als gegeben annehmen. In China spricht kaum jemand englisch, aber auch Gestik und Mimik sind ganz anders als gewohnt. Wer Daumen und Zeigefinger ausstreckt und damit \u201eBitte zwei Flaschen Wasser\u201c kommunizieren will, der erntet nur erstaunte Blicke. Wer weiter hartn\u00e4ckig bleibt, der erlebt, wie f\u00fcnf ChinesInnen (ChinesInnen treten prinzipiell nur in Gruppen auf, sogar die eine Hochzeit, die wir beobachten konnten, war eine Doppelhochzeit) in gro\u00dfes Kichern ausbrechen und wegrennen. Besser geht\u2019s, wenn man es den Einheimischen nachtut, die die Schriftzeichen f\u00fcr die Zahlen mit Fingerbewegungen nachahmen. Sprachlich hatten wir also so unsere M\u00fche, k\u00f6nnen bis heute nicht viel mehr als Hallo, Hotel, Reis, Tofu und nein (in etwa: \u201emeyou\u201c) verst\u00e4ndlich aussprechen. Trotzdem, in fast einem Vierteljahr China war nie eine Menschenseele unfreundlich oder unh\u00f6flich Wir haben uns auch kein einziges Mal unsicher oder in irgendeiner Weise gef\u00e4hrdet gef\u00fchlt. Das macht China als Reiseland attraktiv.<br \/>\nEinen Preis von uns kriegt China auch f\u00fcr das beste Essen. Im Westen ziehen sie mit den H\u00e4nden meterlange Nudeln, im Osten werden aus ein einer Handvoll Gem\u00fcse, Gew\u00fcrzen und Chili simple, aber extrem wohlschmeckende Speisen gezaubert. Und: Niemand muss hier H\u00fchnerkrallen und Schweiner\u00fcssel essen, wenn er\/sie nicht will, es gibt immer Alternativen mit Tofu.<br \/>\nUnd die Landschaft ist gro\u00dfartig: Im Westen die W\u00fcste und das (tibetische) Hochland, im Osten fruchtbares H\u00fcgelland, wo noch jeder kleinste Fleck zum Gem\u00fcseanbau gen\u00fctzt wird und das Land in allen Schattierungen der Farbe gr\u00fcn leuchtet (wenn nicht gerade Staub und Industrieabgase f\u00fcr einen grauen Schleier sorgen). Denn hier ist China unglaublich dicht besiedelt, alle 50-80km wird eine Stadt mit ein paar hunderttausend Einwohnern aus dem Boden gestampft, alle paar hundert Kilometer eine Millionenstadt.<br \/>\nHier wird auch deutlich, wie viel in den letzten Jahren weiter gegangen ist. Die Mittelschicht in China ist gro\u00df, neben dicken Autos, riesigen Einkaufsstra\u00dfen und Hochh\u00e4usern wird das auch an einer gro\u00dfen Anzahl chinesischer Touristen deutlich, die das Budget haben, ihr Land zu entdecken. Und trotzdem: Wir befinden uns in einer Diktatur mit einer schockierend hohen Anzahl an Hinrichtungen, die Missachtung der Menschenrechte scheint selbstverst\u00e4ndlich (nur die oberste Spitze des Eisbergs: ein deutscher Austauschstudent erz\u00e4hlt uns, dass ihm jegliches Telefonat mit Botschaft oder Anwalt verweigert wurde, als er nach einem Konflikt am Sportplatz von der Polizei verhaftet und mitgenommen wurde). W\u00e4hrend im Iran die Menschen durch ihre Situation politisiert sind wie nirgends sonst und eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Opposition bilden, scheint&#8217;s keine\/n der ChinesInnen zu st\u00f6ren.<br \/>\nEs entsteht der Eindruck, dass man hier einfach nie gelernt hat, selbstst\u00e4ndig zu denken. So wie die Rezeptionistin im Hotel ratlos vor uns Ausl\u00e4ndern steht und nicht kombiniert, dass wir gerne ein Zimmer h\u00e4tten, so scheint die Bev\u00f6lkerung das System insgesamt nicht in Frage zu stellen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Fazit: 1,3 Milliarden ChinesInnen werden die Zukunft der Welt pr\u00e4gen, das alleine ist Grund genug, sich das Land einmal anzusehen. Drei Monate China also, das reicht gerade f\u00fcr eine kurze Runde und einen winzigen Einblick. Beijing, die Mauer und die Terrakotta-Armee holen wir mit 50 auf der 8-Sch\u00e4tze-Rundreise nach.<\/span><\/p>\n<div style=\"visibility: hidden; height: 30px;\"><span style=\"font-size: medium;\">ANY_ITEM_HERE<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollten wir ja gar nicht nach China. Sondern nur kurz passieren und dann \u00fcber Pakistan nach Indien. Die politische Situation hat&#8217;s verhindert. Eigentlich wollten wir noch immer nicht nach China. 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