Halleluja Fahrrad
Wie wir schon mal geschrieben habe, ist das tolle am Reisen mit dem Fahrrad, dass man vom Fahrrad aus viel eher und mehr in Kontakt mit den Menschen kommt. Das dürfte wohl auch einer der Gründe sein, warum auch die Teilnehmer der am heutigen Ostermontag in Wien gestarteten Friedensfahrer nach Israel aufs Fahrrad setzen. Wie der ORF berichtet sind den Radfahrern die Begegnungen am Straßenrand – und das Völkerverbindende des Fahrrads – besonders wichtig. Die Route der ungewöhnlichen Pilgerfahrt führt 3500km über Novi Sad, wo man eine Synagoge besuchen will, über Belgrad, wo das orthodoxe Osterfest gefeiert wird, weiter nach Istanbul, wo ein ökomenischer Gottesdienst am Programm steht nach Jerusalem.
Im Nahen Osten gab es letztes Jahr übrigens ein ähnliches sehr interessantes Projekt: Follow the Women. Dabei sind rund 300 Frauen aus über 20 Ländern mit dem Rad durch den Nahen Osten (Syrien, Libanon, Palestina,…) gefahren um für Frieden zu werben. Klingt nach naivem Idealismus. Bewirkt aber vielleicht was und ist damit zumindest den Versuch schon wert. Und hat letztes Jahr durchaus Schlagzeilen gemacht.
Gut zu Fuß
Mal nix zum Thema radfahren!
Noch genau ein Woche bis zum Vienna City Marathon! Also man könnte langsam Anfange den Alkohol und Zigaretten-Konsum einzustellenn, die Füße mit Hirschtalg einzuschmieren und nervös zu werden. Schließlich wird es unser letzter Marathon (unser letzter Wettkampf überhaupt) für mindestens ein Jahr sein.
Die letzten Trainingseinheiten sind gut gelaufen. Am Mittwoch waren nochmal 15km im geplanten Marathon Tempo (4:05-4:10/km) angesagt, die ich recht problemlos runter gespult hab (wenn auch der Puls wegen des heißen Wetters ziemlich hoch war). Also bleibt nur noch zu hoffen, dass es nächsten Sonntag nicht all zu heiß wird und der Marathon ohne allzu großen Schmerzen in sagen wir mal in knapp unter 3 Stunden vorüber geht.
sabbatrad.de
Es zeigt sich: Wir sind nicht die einzigen Deppen die mit dem Fahrrad nach Asien fahren. Die letzten zwei Tage waren Ole und Liva aus Berlin (bzw. Bonn) bei uns auf Durchreisen. Die zwei sind Anfang April mit dem Rad in Berlin losgeradelt und ebenfalls gerade auf dem Weg Richtung Asien – allerdings auf einer anderen Route als wir. Sie fahren über Ungarn, Rumänien, Ukraine, Russland und Kasachstan Richtung China und dann Vietnam. Also ein ganzes Stück weiter nördlich als unsere geplante Route. Und weil das ja so sein muss haben die zwei auch eine Website für die Zuhausgebliebenen eingerichtet auf der man den weiteren verlauf ihrer Reise verfolgen kann. Und einen Haufen Fotos von früheren Reisen gibt’s dort auch zu sehen: www.sabbatrad.de
Gute Nachrichten aus dem Iran
Es tut sich was im Iran. Vor wenigen Tagen hat der amerikanische President Obama dem Iran ein Gesprächsangebot – über die üblichen Konffliktthemen wie Atomprogramm, Palestina-Konflikt etc. – gemacht.
Und wie es aussieht, ist das Gesprächsangebot nach anfänglichem Zögern auf fruchtbaren Boden gefallen. Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad begrüßt Dialog-Angebot Washingtons. Das heißt natürlich nicht, dass dabei auch sicher was raus kommen wird. Aber es ist immerhin ein Schritt in eine gute Richtung. Mahmoud Ahmadinejad denkt dabei sicher auch ein bisschen an die kommenden Präsidenten-Wahlen im Juni bei denen dem liberalen -Reform-Kandidaten Mir-Hossein Moussavi ganz gute Chancen zugestanden werden, sich gegen den in der Bevölkerung nicht wahnsinnig beliebten Ahmadinejad durchzusetzen. Deswegen sieht sich wohl auch Ahmadinejad gezwunge, auf Dialog und sanftere Diplomatie zu setzen.
Wie auch immer die Entwicklung weiter geht. Bis wir im Juli im Iran sind, wird sich einiges getan haben. Vielleicht gibt es sogar einen neune Präsidenten.
Open Street Map
Ein spannendes Projekt, das uns die Navigation um einiges erleichtert. Straßenkarten gibt es im Netz ja genug (google-maps, via michelin, etc). Will man die Karten aber zB am GPS nutzen gibts schon die ersten Probleme. Google-Karten kann man zwar online kostenlos verwenden, aber aus Lizenzgründen nicht downloaden und aufs GPS laden. Das geht nur mit kommerziellen Karten von Garmin und Co. Die kosten aber wiederum richtig viel Geld, und sind in der Nutzung (z.B. was die Anzahl der Benutzer betrifft beschränkt). Um das zu umgehen gibt es Open Street Map. Die Karten von Open Street Map werden nach dem Wikipedia-Prinzip von freiwilligen Enthusiasten erstellt und unter der Creative-Commons-Lizenz jedermann kostenlos zur Verfügung gestellt. Für Europa funktioniert das – auch wenn sich osm noch im Aufbau befindet – schon sehr gut. Die Kartendaten sind oft sogar aktueller und genauer als kommerzielle Karten. Bei „exotischeren“ Ländern wie Iran oder Zentralasien, sind zur Zeit nur die Haupverekehrsverbindungen eingetragen. Allerdings bieten auch die kommerziellen Anbieter kaum (und wenn dann nur ungenaue) Karten dieser Regionen an.
Besonders für Radfahrer interessant ist auch das Schwester-Projekt: OpenCycleMap.org
CouchSurfing ist web 3.0
Stellt euch vor jemand den Ihr noch nie gesehen habt, steht vor eurer Tür – und Ihr lasst ihn einfach bei euch wohnen. Genau das ist CouchSurfing!
Mittlerweile machen das fast eine Million Menschen auf der Welt, die eines verbindet. Ein Grundvertrauen in andere Menschen. Was sich in Zeiten der Risiko-Gesellschaft, in der uns ständig und immer eingeredet wird, dass alles unsicherer wird und wir prinzipiell jedem mißtrauen müssen, unglaublich anhört funktioniert in der Praxis einfach.
Also einfach mal selber mitmachen. Anmelden auf Couchsurfing.com und schauen wer sich meldet und bei euch wohnen will! Deswegen ist Couchsurfing eigentlich auch mehr als web 2.0. Weil der wichtigste Teil von Couchsurfing (anders wie bei Faacebook, youtube und co) eben nicht im web stattfindet sondern Menschen nicht nur virtuell sondern real-life zusammen bringt! Couchsurfing ist so vielleicht einer der besten Ansätze, um die Welt positiv zu verändern. Couch für Couch!
Für unsere Grand Tour haben wir zwar ein Zelt mit und werden wohl die meiste Zeit auch im Zelt schlafen. Aber gerade in größeren Städten wie Istanbul oder Teheran ist couchsurfing eine super Möglichkeit um nicht nur eine Stadt kennen zu lernen, sondern auch die ganz gewöhnlichen Menschen, die in dieser Stadt leben.
Die Reifen sind da
Das war ja wie Weihnachten und Ostern zusammen. Heute kam ein großes Paket mit der Post. Schon am Klebeband zu erkennen, dass es von Schwalbe kommt. Drinnen waren dann 4 Stück Schwalbe Maarathon Extreme, 6 Schläuche (also 2 in Reserve) und 4 Felgenbänder. Dazu noch eine sehr ausführliche Broschüre zum Thema Fahrradreifen. Herz was willst du mehr. Schwalbe lässt sich echt nicht lumpen. Wir freuen uns jedenfalls über unsere nagelneuen Reifen und sind gespannt wie sie sich in der Praxis machen. Nochmals ein herzliches Danke an Schwalbe!
Schlechte Nachrichten aus Pakistan
Pakistan ist sicher das Land auf unserer Route, das uns die meisten Sorgen macht. Nachdem es in den letzten Wochen durchaus gute Nachrichten aus Pakistan gab, war in den letzten Tagen wieder einiges nicht so gutes in den Medien zu lesen. Zuerst die Auspeitschung einer 17-jährigne im Swat-Tal und dann heute noch zwei Selbstmordanschläge auf Militäreinrichtungen in Islamabad und eine Moschee. Grund zur Hoffnung gibt aber, dass die Bilder von der Folter an der jungen Frau in ganz Pakistan Entsetzten ausgelöst haben. Die Taliban haben also ganz offensichtlich nur sehr wenig Rückhalt in der Bevölkerung.
Ein guten Einblick in die Situation im Swat-Tal liefert auch dieser kurze Video-Beitrag der NY-Times über die Schließung und Zerstörung von Schulen. Eine offensichtlich relativ kleine radikale Gruppe hält ein ganzes Tal in Geiselhaft. ¼ der Bevölkerung hat das Tal bereits verlassen.
Es bleibt zu hoffen, dass Pakistan die Situation im Swat-Tal wieder in den Griff bekommt. Den Taliban – so wie jetzt probiert – einfach eine Region des Landes zu überlassen ist sicher kein gangbarer Weg.
world carfree network
Radfahren um die Welt ist ja schon mal ein guter Ansatz. Mindestens genau so gut ist es aber, gleich immer mit dem Rad zu fahren oder zu Fuß zu gehen oder dem Zug oder Skateboard…. Wir leben ja schon seit Jahren – eigentlich schon seit immer – autofrei. Es ist auch eine Befreiung keine Blechdose vorm Haus stehen zu haben, die man zur Reparatur bringen muss und die ständig Geld vernichtet. Dabei geht es nicht darum, gar nicht mehr Auto zu fahren. Wir borgen uns von Zeit zu Zeit auch ein Auto aus, weil es in manchen Fällen einfach praktisch ist. Und Taxi fahren wir sowieso. Aber wir fahren eben bewusster mit dem Auto, genau dann wenn es wirklich eine Berechtigung hat, Lärm und Abgase zu produzieren und die Gegend zu verstellen.
Und ich befürchte (angesichts von Statistiken, dass 50% aller Autofahrten 4km oder kürzer sind und durchschnittlich 1,4 Menschen in 1,5 Tonnen Blech sitzen), dass es nicht viele so halten.
Eine internationale Interessengemeinschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat Autofreies Leben zu fördern ist world carfree network
Einfach mal drauf schauen und überlegen ob das eigene Auto wirklich notwendig ist.
Schwalbe stellt Reifen zur Verfügung
Schwalbe stellt uns nagelneue, eben erst in den Handel gekommene, Marathon Extrem Reifen zur Verfügung. Schwalbe gilt ja nicht zu unrecht als einer der besten Reifenhersteller (übrigens auch im Rollstuhlsport) und die Marathons sind für Reiseradler sowieso die Reifen schlechthin. Gerade in Sachen Pannensicherheit haben wir in den letzten Jahren auf jeden Fall nur die besten Erfahrungen mit Marathons gemacht. Das gilt sicher für alle Marathon-Modelle, wobei die Marathon extreme – wie der Name schon sagt – nochmals ein Stückchen pannensicherer und länger haltbar sein sollen.
Großer Dank an Schwalbe.