Tibet light
Wenn uns die Chinesen schon nicht ins echte Tibet lassen*, dann wollen wir erst recht. Also Tibet light in Form eines Teils der Qinghai Provinz, wo viele Tibeter leben. Wenn es auch saukalt ist, da müssen wir jetzt durch.
In Golmud herbstelt es so richtig, mit bunt gefärbten Bäumen und Laub, das durch die Luft wirbelt. Eine halbe Radstunde später sind wir wieder in der so vertrauten Mondlandschaft, baumlos, buschlos, graslos, obdachlos. Weil bei der Kälte das Zelten schon echt mühsam ist, wählen wir für die nächsten Tage eine Tour durch diverse chinesische Absteigen. Fließwasser oder gar eine Dusche gibt es da nicht, und bei der Frage nach dem Klo deutet der Wirt auf eine Hauswand im Hinterhof, aber dafür versüßen elektrische Heizdecken den Schlaf.
Tagsüber gibt es jeden Tag einen neuen feinen Pass, über den wir uns arbeiten müssen. Highlight: Die Strecke von Chaka nach Heimahe hinauf auf 3817m, der höchste Punkt unserer Reise, de facto höchster Punkt, den wir im Leben überhaupt je erreicht haben. Gebetsfahnen flattern im Wind, beziehungsweise werden genauso wie wir vom Sturm gebeutelt. Die grasenden Yaks scheint die Kälte weniger zu stören.
Es bleibt auch in den Dörfern eiskalt, nie über null Grad. Kohleöfen beheizen die Gaststätten und Herbergen, die Türen lässt man trotzdem gerne offen. Ob das ein uns unbekanntes Feng Shui Prinzip für ungestörten Energiefluss ist oder einfach Faulheit, konnte noch nicht verifiziert werden. Währenddessen verwachsen unsere Hauben langsam mit den Köpfen, was vielleicht eh besser ist, denn Wasser oder ein Haarshampoo haben die schon länger nicht mehr gesehen.
Mit dem Näherruecken der Großstadt steigt auch der Verkehr langsam an. So
kommen uns nacheinander drei Tibeter in Form von Niederwerfungen entgegen. Das heißt: eine Gebetsgeste, nach vorne fallen lassen, aufrappeln und an der vordersten Stelle, mit der der Körper den Boden berührt hat, das ganze von neuem beginnen. Für uns geht dann plötzlich alles ganz schnell, wir düsen 1300 Höhenmeter hinunter und rollen direkt in die Metropole Xining hinein. Und machen da erstmal ein paar Tage Pause.
* Seit Unruhen im Vorfeld der olympischen Spiele 2008 ist die Tibet Autonomous Region für Individualreisende gesperrt, lediglich Gruppen mit Guide dürfen mit Sondergenehmigung hinein.
Aktualisierte Route ist online
So, auf speziellen Wunsch von Bernhard haben wir es jetzt nach einer Woche herumprobieren geschafft, den bisherigen Verlauf unserer Route online zu stellen. Hier jetzt genauer darzulegen, wie viel Nerven, Wutanfälle, schlaflose Nächte und Stunden an Internetrecherche mich das gekostet hat, würde den Blog sprengen. Auf jeden Fall sind jetzt 30Mb GPS-Track (600 Stunden Fahrzeit, 400.000 Trackpunkte) auf Web-taugliche 250kb runter gerechnet und können unter dem Menüpunkt Grand Tour >> Route bewundert werden (Stand 22. Oktober 09).
…da kam die Polizei, fragt, was ist denn das?
In Xinjiang, der ersten Provinz auf unserer China-Fahrt, ist die Polizeipraesenz gleich mal massiv: Resultat der ethnischen Unruhen vom Fruehjahr, genauso wie der gekappte Internetzugang. In Kashgar kreuzen rund um die Uhr LKW mit einem Dutzend Soldaten durch die Straßen. An jeder größeren Kreuzung steht ein Partyzelt mit einer handvoll Soldaten mit Maschinengewehren in der Hand. Auch auf der weiteren Straße nach Osten (noch dazu die Route ins derzeit voellig von der Aussenwelt abgeriegelte Tibet) werden unsere Pässe an Checkpoints alle 50km kontrolliert und die Daten penibel Buchstabe fuer Buchstabe in ein Notizbuch uebertragen. Sind wir mal in einem Hotel, gibt es immer Besuch fuer uns: Keine 20 Minuten, und die Polizei steht vor der Tür, um die Visa zu kontrollieren und die Passnummern zu notieren. Das läuft zwar immer freundlich und korrekt ab, dauert aber jedes Mal eine kleine Ewigkeit. So geht das die ersten 1000km dahin, dann nimmt das staatliche Interesse an uns scheinbar ab. Dafuer haben wir die Polizei als sehr hilfreich entdeckt, wenn es um die Suche nach einem Hotel in den Staedten geht. Gerne eskortiert man uns, und wenn der gestrenge Officer daneben steht, ist auch immer ein guenstiges Zimmer frei.
Alles bestens, im Polizeistaate China, bislang. Deshalb finden wir auch nichts dabei, als wir Da Chaidam erreichen und wiedermal an der Hotelrezeption auf die Kollegen von der Exekutive warten sollen. Nur gut, dass wir fuer heute einen warmen Schlafplatz gefunden haben, draussen ist es froestelnd kalt und schon dunkel. Aber dann wird aus „Wait a Moment“, dem einzigen englischen Satz, den das Trio an der Rezeption beherrscht, ein schlichtes NO. Polizisten erscheinen und erklaeren, dass wir die Stadt umgehend verlassen muessen. Umgehend, das heisst sofort, gleich, jetzt raus in die Kaelte.
Die Loesung, die uns dann angeboten wird, heisst, ein Taxi ins ca. 200km entfernte Golmud/Germu zu nehmen, fuer 45 Euro. Ob wir das moechten? Liegt nicht auf unserer Route, aber auch Delingha, wo wir hinwollen, ist „not so good“, und zwar „for a special reason“. Mangels irgendeiner Alternative nehmen wir also diesen tollen Vorschlag an. Immerhin kann Christoph noch durchsetzen, dass der Fahrer mit der heftigen Alkoholfahne durch einen anderen ersetzt wird…
Drei Stunden spaeter, nach einer Nachtfahrt ueber einen 3300m Pass und viel Schotterstrasse ist die Odysee noch lange nicht zu Ende. Man ziert sich in Golmud, die Auslaender aufzunehmen, fuenf Hotels steuert unser Fahrer an, alle ausgebucht angeblich. Dann wirds auch ihm zu bunt, er steuert Hotel Nr. 3 wieder an, macht ein wenig Radau und siehe da, es geht doch. Willkommen in Golmud!
10 Weisheiten, wie man die Wüste überlebt
1.Die Wüste ist erst zu Ende, wenn die Wüste zu Ende ist. Nicht dann, wenn du glaubst, dass sie zu Ende ist.*
2.Deine Karte lügt. 80% der in der Karte verzeichneten Orte gibt es nicht.
3.Dein GPS lügt. Der Straßenverlauf ist in Wirklichkeit völlig anders als am GPS.
4.Die chinesischen Arbeiter, die irgendwo mitten in der Wüste die Straße kehren und dir erzählen, dass in 30km ein Ort kommt, auch sie lügen. Oder sie verstehen kein Wort, von dem was du ihnen zu sagen versuchst und halten Kopfnicken einfach für eine freundliche westliche Geste.
5.Auch ein Vorrat von 50 Müsliriegeln ist endlich.
6.Das gleiche gilt für 20 Liter Wasser 2 Kilo Haferflocken und ein halbes Kilo Milchpulver – auch das geht irgendwann zu Ende.
7.Lösche Wüste = heiß aus deinem Kopf. Haube, Handschuhe und Schiunterwäsche sind inmitten von Dünen vielleicht albern, aber bei bis zu minus 10 Grad essentiell.
8.600 Lieder am Mp3-Player können irgendwann zuwenig sein.
9.Wenn du am Horizont ein Dorf, eine Fabrik oder einen McDonalds siehst. Bewahre Ruhe. Es ist in Wirklichkeit nur ein Sandhaufen.
10.Weiterfahren. Die Erde ist rund. Irgendwann kommt wieder Zivilisation.
*nach der Taklamakan kommt die Chaidam!
Nach der Wüste kommen die Berge.
Nach knapp 2 Wochen und 1600km ist die Taklamakan Geschichte. So fad, wie man sich die Wüste vorstellt, war es gar nicht. Trotzdem reicht’s dann irgendwann und es geht wiedermal bergauf. 3500 Meter über den Pass des Arjin Shan-Gebirges in die nächste Provinz Qinghai. Qinghai grenzt direkt an Tibet (in das man aus politischen Gruenden momentan nicht fahren darf). Ist also so was wie das „Vordach der Welt“. Die letzten 300km von der Wüste in die Berge gehören zu den einsamsten überhaupt. 300 Kilometer Mondlandschaft ohne jegliche Zivilisation. Passend zur Mondlandschaft dann auch die Astronautennahrung, die sich schon in der Wüste bewährt hat. In der Früh Haferflocken plus heißes Wasser mit Milchpulver und ein bisschen Honig. Den Rest des Tages Instant-Nudeln, die es immerhin bei jeder Gelegenheit in 30 Varianten zwischen extra-scharf und unglaublich-scharf zu kaufen gibt.
Unsere erste Station „Huatoguo“ liegt dann auch gleich auf einem Hochplateau auf 3000 Metern. Eine Retortenstadt für die Mitarbeiter der Erdöl- und Bergbauindustrie, in der es alles gibt, was man sich nach vier Wochen im vorwiegend muslimischen und politisch unruhigen Xinjiang wünscht: Bier an jeder Ecke, Essen ohne Schaffleisch, Coca Cola und echte Schokolade, ein Internetcafe, kaum Polizeikontrollen ein ordentliches Hotel. Wir bleiben gleich mal zwei Pausetage da und stillen einen Tag lang im Internetcafe unser Informationszeitalterdefizit.
Woher kommen wir? Wohin gehen wir?
…und wo bin ich hier eigentlich? Um das herauszufinden, macht man ja – wenn man esoterisch veranlagt ist – so eine Reise überhaupt erst!
Gut, wir gehen das ganze dann doch lieber handfest an: Mit Karte, GPS, Straßenschildern und Kilometersteinen. Das ist verwirrend genug – der Sinn des Lebens muss warten.
Die Straßenschilder in Xinjiang sind ganz selbstverständlich zweisprachig. In Chinesisch und Persisch. Was schön für die uigurische Minderheit ist, die einen türkischen Dialekt spricht und das persische Alphabet verwendet – uns aber leider rein gar nichts weiter hilft.
Weil aber auch sowohl Papier- als auch GPS-Karten nur bedingt die zivilisatorische Realität West-Chinas wiedergeben, ist hier nicht nur das Leben, sondern auch die Navigation wie die berüchtigte Schachtel Pralinen. So genau weiß man nie, was kommt. Viele Orte existieren einfach nicht (mehr) oder sind einfach -zig Kilometer verrutscht. Die Kilometersteine am Straßenrand springen zwischendurch auch mal um 20km nach vor oder zurück Manch eine Strecke hat vier verschiedene Distanzen. Eine auf der Papierkarte, eine am GPS, eine auf den Straßenschildern, und eine in der Realität.
Immerhin bleibt es so auch in der Wüste immer spannend. Besonders dann wenn die Wasservorräte zu Ende gehen.
Positiv ist immerhin, dass es sowieso nur eine Straße gibt, sodass man sich wenigstens nicht verfahren kann. (Wir haben es trotzdem einmal geschafft – zum Glück aber gleich nach 5km gemerkt)
Durch die Wüste
Von Kashgar sind es rund 3000km bis zum dichter besiedelten Osten Chinas. Dazwischen liegt erst einmal die Taklamakan. Nach der Sahara zweitgrößte Wüste der Welt und so ziemlich die trockenste Gegend, die man sich vorstellen kann. Dementsprechend wenig ist hier los. Durch die Wüste selbst kann man auch gar nicht fahren. Sondern nur am Nord- oder Südrand davon. Wir entscheiden uns für die Südroute – und beginnen die laut Kilometersteinen knapp über 2900km der National Road 315 abzustrampeln.
Je nachdem, ob der Wind von vorne oder hinten kommt und die Straße Schotterpiste oder gut ausgebaute Schnellstraße ist, kommen wir mal mehr, mal weniger, meist aber, wenn nicht gerade ein Sandsturm von vorne die Durchschnittsgeschwindigkeit auf 10km/h drueckt, ganz gut voran. Am Ende des Tages stehen dann so zwischen 130 und 180km am Tacho. Viel Ablenkung vom Radfahren gibt es aber eh nicht. Alle 70-100km eine Oase, alle 300-400km eine Stadt mit Hotel. Immerhin haben wir die beste Reisezeit erwischt. Im Frühling gibt es oft tagelange Sandstürme. Im Sommer ist es unerträglich heiß, im Winter saukalt. Ende September ist das Klima aber radfahrfreundlich tagsüber nicht zu heiß und in der Nacht nicht allzu kühl. In zwei Wochen erleben wir nur einen einzigen echten Sandsturm. Und Regen gibt es sowieso nicht. Unsere Wasservorräte, meist so um die 20-25 Liter, reichen aber trotzdem immer.
Die Landschaft wechselt von Schottergrube zu Sandkiste oder Savanne mit ein paar Bäumen, dann wieder zu Schottergrube, rund um die Oasen auch mit bewässerten Baumwollfeldern, dann wieder totale Mondlandschaft.
Kashgar: der Westen vom Fernen Osten
Kashgar ist der Knotenpunkt verschiedenster Reiserouten im äussersten Westen Chinas und so treffen wir hier auf unerwartet viele Touristen. Der erste, der uns begegnet, ist gleich mal Wiener. Er ist nicht zum Spass hier, sondern baut im Auftrag einer österreichischen Firma die erste Abwasserkläranlage der Stadt. Er und sein chinesischer Kollege erreichen für uns gleich mal eine Senkung des Hotelpreises um 40%. Die nächsten Tage haben wir es entsprechend luxuriös.
Am Postamt in Kashgar wartet dazu ein Care-Paket von Mutter aus Wien auf uns. Reiseführer, Landkarten, Durchfall-Medikamente – die chinesischen Behörden haben das Paket selbstverständlich geöffnet, aber offensichtlich nichts Bedenkliches gefunden. Außerdem können wir auch endlich die völlig verschlissenen Fahrrad-Ketten und eine verloren gegangene Fleece-Jacke ersetzen.
Neben Ketten und Jacke brauchen wir auch eine neue Füllung für Katharinas Zahn. Der uigurische Nachtportier aus dem Hotel bringt uns zu einem Zahn-Shop. Der aber wohl nur darauf spezialisiert ist, Uiguren eine Gold-Zahnleiste zu fabrizieren. Das ist uns dann doch zu heftig und wir fahren lieber ins lokale Spital. Dort ist dann alles auch relativ vertrauenserweckend. Der recht gut englisch sprechende uigurische Zahnarzt erzählt uns, dass er in Shanghai nach westlichen Standards studiert hat und nur antiseptisches Einweg-Besteck verwendet wird. Und so ist die neue Plombe eine halbe Stunde später im Mund. Und weil es in China keine Krankenkassen gibt, ist das ganze auch noch kostenlos. Jeder, der ins Spital kommt, wird behandelt und kann dann wieder gehen.
Dann verbringen wir noch zwei Tage damit, Wäsche zu waschen, das Hotelzimmer zu versauen und mit den anderen Reisenden(davon einige ebenfalls per Rad unterwegs) zu plaudern, die man hier trifft.
Touristisches Highlight dieser Tage: der Besuch des Lebendviehmarktes mit Kühen, Ziegen, Schafen etc.
Mit dem Fahrrad nach China, jetzt aber wirklich.
„Die nehmen einem den Reiseführer weg, weil Taiwan nicht als Teil Chinas eingezeichnet ist“; „das Gepäck wird in alle Einzelteile zerlegt“; „die sperren die Grenze schon zu Mittag, weil in ganz China die tausende Kilometer entfernt Peking-Zeit gilt“: was haben wir nicht alles fuer Horrorgeschichten uber die Einreise nach China gehoert. Für uns verläuft der Grenzuebertritt dann aber problemlos und ist (vielleicht auch, weil wir kurz vor Dienstschluss kommen) in einer halben Stunde erledigt. Während der kirgisische Grenzposten im wesentlichen aus zwei alten Bauwagen und einer handvoll Soldaten besteht, steht bei den Chinesen eine halbe Kompanie und ein Security-Terminal mit fünf Schaltern, Gepäck-Röntgen und hyper-modernem Schweinegrippen-Check bereit. Die Zahl jener, die Einlass nach China begehren, hält sich aber in Grenzen – wir sind die einzigen.
Weil all die chinesischen Offiziellen, die hier in den Bergen Dienst tun, verpflegt werden wollen, gibt es an der Grenzstation Gastronomie, Geschäfte und sogar ein „Hotel“. Also ab ins China-Restaurant auf eine Portion 12er-Menü (Nudeln mit scharfer Soße). Lustigerweise bestellt man auch im original China-Restaurant sein Essen per Nummer.
Am nächsten Morgen gibt es das traditionelle chinesische Frühstück: Chili-Gurkensalat a la Julien mit Langos. Uns ist erst mal den Rest des Tages schlecht.
Ein Schaf, das während unserer Mittagspause in einem kleinen Dorf direkt vor unseren Augen geschlachtet und zerlegt wird, bessert die Lage nicht.
In der Nacht verschwinden wir von der Straße und campieren in einer Unterführung. Auch wenn dieser Teil Chinas staubtrocken ist, werden wir nass: Es regnet tatsächlich (zum ersten Mal seit der Türkei) und ein Rinnsaal bahnt sich den Weg zum Zelt.
Am nächsten Tag sind es dann noch 160km bergab nach Kashgar (Kashi), unserer ersten Station in China.
In die Berg bin i gern…
Von Osh im Süden Kirgisistans aus geht es ordentlich bergauf – drei Tage lang von ca. 900 Höhenmetern auf 2400, dann wieder runter auf 1600 und wieder rauf usw. Highlight der Bergetappen ist der 3600 Meter hohe Taldik-Pass.
Und bei dieser Höhe bleibt es dann auch mal. Hinter dem Pass liegt die Hochebene nordwestlich des Pamir-Gebirges auf 3300 bis 3500 Höhenmetern. Während es an der Auffahrt zum Pass noch Dörfer und einzelne Jurten gibt, ist die Hochebene praktisch menschenleer. Die 100 Kilometer vom Pass zur chinesischen Grenze bieten die bis dato aufregendste Landschaft überhaupt. Wir fahren auf über 3000 Metern entlang der Nordkette des Pamir. Alles 6000er und irgendwo dazwischen hinter ein paar Wolken der 7134 Meter hohe Pik Lenin (schon in Tadschikistan). Urschön.
Neben der doch recht dünnen Höhenluft stehen unserer Fahrt vor allem die Straßen im Wege. Was tatsächlich die Hauptverbindung zwischen dem Farghana-Tal und China ist, ist zuerst Sand-, dann Schotter-, zum Schluss Geröll-Piste. Aber hier oben hat man es eh nicht eilig. Für Staub, dünne Luft und Kälte entschädigt die unglaubliche Landschaft – und perfektes Bergwetter. Wir campen in der menschenleeren Wildnis an einem plätschernden Bach, kochen Nudeln im Vorzelt, schlafen prächtig und müssen morgens erst mal all unsere Wasservorräte wieder auftauen.